Camping Weekend Glamping Tester

Glamping-Tester Gardasee Reisebericht

Michaela, Roman, Leonie und Kolja waren unterwegs:

Glamping im Tendi Safarizelt Comfort auf dem Campingplatz Weekend am Gardasee

Erdlöcher buddeln als natürlichen Kühlschrank, Erfrierungen in der marokkanischen Wüste, den halben Hausstand im Auto, Klamotten, die nicht trocknen wollen, Gemeinschaftsduschen und Toiletten, die man am besten nur ohne Brille besucht, damit man das Elend nicht sieht. All das umreißt, was wir so in etwa mit Campingurlaub verbinden. Ausgesprochene Campingfans sind wir also nicht. Folglich haben wir uns bislang immer in einem schicken Hotel einquartiert, wenn wir mit den Kindern in Urlaub gefahren sind. Nur: So wirklich glücklich gemacht hat uns auch diese Art des Urlaubs bisher nicht. Dann lief uns vor einigen Wochen Vacanceselect über den Weg - mit den großen Werbeplakaten der Airlodge und dem ‚Glamping-Tester-Aufruf’ – und tatsächlich wurden wir ausgewählt. Wir durften uns ein Safarizelt Comfort auf dem Campingplatz Weekend am Gardasee zum Testen aussuchen.


Das Tendi Safarizelt Comfort
Wir hatten uns für die entspannte Anreise per Flugzeug entschieden. Überzeugte Camper wären bestimmt mit dem Auto angereist. Da unser Anhang jedoch kein Fan von langen Strecken ist - Sohnemann wird immer schlecht, Töchterchen langweilt sich -, ging es also mit dem Flieger nach Verona. Dort gewitterte es ordentlich und goss aus Kübeln. Leider gab es bei Avis nicht die gebuchte Autogröße – ein Fiat 500 ist selbst in der L-Version mit vier Personen und sechs Koffern und Taschen heillos überfordert. Die Lösung war dann so praktisch wie ungewöhnlich: Ohne Zusatzkosten haben wir einen zweiten Fiat 500 bekommen. Mit ordentlicher Verspätung kamen wir schließlich samt feuchten Koffern auf unserem Campingplatz nahe Salò an. Zum Glück führte gleich der erste Eindruck vom Safarizelt bei den Kindern zu großen Begeisterungsstürmen – bei uns Eltern übrigens auch. Unsere Bleibe für die nächste Woche stand mitten in der Natur, war aus viel naturbelassenem Holz, einer schönen, gut ausgestatteten Küche mit Gasherd und kuscheligen Betten mit Mückenschutz. Alles viel schöner als erwartet. Und zum Glück war unsere 35 Quadratmeter großes Luxus-Zelt vollkommen regendicht. Beim Zelten ist das wahrscheinlich nicht immer selbstverständlich. 

Zu unserer Nobelunterkunft gehört ein großer Garten mit eigenem Spielplatz, umgeben von lauter Bäumen, fast wie im Dschungel. Schade war nur, dass man Gardasee und Berge durch die hohen Bäume nur erahnen konnte. Vielleicht ist es ja möglich, bei den nächsten Großgartenarbeiten, ein paar Bäume so zu beschneiden, dass etwas mehr von der wundervollen Umgebung zu sehen ist, so wie an vielen anderen Stellen auf dem Campingplatz. Das Safarizelt liegt etwas abgelegen vom restlichen Platz, lediglich nebenan gibt es ein weiteres baugleiches Zelt, nur abgetrennt durch eine Hecke. Klar, dass unsere Nachbarn jedes Wort mithören konnten – als Campinganfänger hat uns das schon ein bisschen verunsichert. Unsere Nachbarn hatten ein Kind, das um Punkt acht Uhr abends schlief und morgens nicht vor halb zehn aufstand. Die Uhren unserer beiden (dreieinhalb und fünfeinhalb Jahre alt) tickten dagegen leicht anders: Abends schliefen sie oft erst um zehn, morgens standen sie bereits um sieben Uhr wieder voller Tatendrang vor dem Moskitonetz. So waren wir morgens und abends nur damit beschäftigt, die Kinder zu Ruhe anzuhalten. Das hat alle sehr gestresst – zumindest haben wir uns dadurch stressen lassen. Keine Ahnung, wie sich echte Camper in der Situation verhalten hätten – vielleicht muss einem der Zeltnachbar dann auch egal sein ... Denn im Grunde führt man als Camper ja ein öffentliches Leben: vom Schlüpper auf der Wäscheleine bis zur Wurstsorte auf der Frühstücksstulle. Und vermutlich macht dieses öffentliche Präsentieren des eigenen Urlaubslebens auch bei spielenden und lärmenden Kindern nicht halt ...

Auf dem Campingplatz gibt es einen gut sortierten Supermarkt mit leckerem Baguette und noch besserem Ciabatta. Dazu hervorragende Salami und Schinken, alles frisch und mit viel Liebe geschnitten von der wahrscheinlich einzigen Italienerin des ganzen Campingplatzes. Vor unserem ersten Campingurlaub haben wir immer gedacht, Selbstversorgen sei eine große Belastung. Aber tatsächlich haben wir das überhaupt nicht so empfunden. Vielmehr war es eine große kulinarische Bereicherung, selbst aussuchen zu können, was auf den Tisch kommt. In den italienischen Hotels, in denen wir bisher mit den Kindern waren - und es handelte sich immer um Häuser mit mindestens vier Sternen - gab es nur fieses trockenes Brot, unreifes Obst und Wurst von unterirdischer Qualität. Zu unserem Glamping-Palast gehörte auch ein gemauerter Grill, den wir aufgrund des häufigen Regens leider nie benutzen konnten. Zum Glück haben wir die Woche um ein paar Tage verlängert, so dass – als dann das Wetter besser wurde - die Kinder auch das größte Campervergnügen kennenlernen konnten: Grillen über Holzkohle.

Richtig gut an unserm Luxuszelt war der Boden: schöne, blanke Holzplanken, durch deren Ritzen sämtlicher Dreck fiel. So sah es trotz Schmuddelwetter immer tippi-toppi aus.

Die einzigen Dinge, die wir im Zelt vermisst haben, waren ein weiteres Regal in der Nähe vom Elternbett, Sitzmöglichkeiten im Zelt (Platz dafür wäre reichlich), ein Holzschneidebrett für Brot und Käse und eine italienische Espresso-Maschine.

Leider ist das Safarizelt immer nur von Samstag bis Samstag buchbar. So mussten wir für die Verlängerung noch mal umziehen in ein Lodgezelt. Das war bei weitem nicht so komfortabel und versprühte auch keinen Charme von Abenteuer wie unser Safarizelt, dafür aber wartet es mit einem sensationellen Blick auf den Gardasee, die Berge und die schöne Stadt Salò auf.

Der Campingplatz Weekend
„Wer ziemlich bekloppt aussehen will“, O-Ton von Fräulein Tochter, „der ist im Schwimmbad vom Campingplatz Weekend genau richtig“. Hier ist nichts mit schönen Schnappschüssen am Pool, denn es herrscht Badekappenpflicht. Ein Tipp: die irre effektiven, atemberaubend schönen Exemplare gibt es für 2,50 € im hauseigenen Supermarkt. Dafür bekommt man sie nicht bei Ebay. Immerhin hat das Töchterchen so unter Wasser schwimmen gelernt. Denn die Badekappe rutschte immer vom Kopf und irgendwann war es ein lustiges Spiel, ihr hinterherzutauchen. Hatte also auch etwas Gutes diese Badekappenpflicht, wobei sie vor allem lange Haare nicht daran hindern konnte, ihren Weg in die Filteranlage zu finden und zum Verstopfen mit beizutragen. 

Ansonsten waren wir hin und weg von dem schönen Pool. Es gab sogar einen beheizten Kinderpool, was es in unseren Hotels nie gab, und einen einmalig schönen Blick auf den Gardasee mit seinen grünen Bergen. Wir Camping-Analphabeten wussten gar nicht, dass es auf Campingplätzen so tolle Schwimmmöglichkeiten gibt. Da konnten wir uns den sehr steilen Abstieg zum See, der ohnehin noch zu kalt war, sparen. Weekend gilt übrigens als einer der schönsten Campingplätze in Italien.

Der Campingplatz ist fest in niederländischer Hand: Die Leitung kommt aus den Niederlanden, die meisten Angestellten und zu unserer Zeit auch die meisten Gäste. Die blieben gerne unter sich, was die kleine kontaktfreudige Tochter etwas enttäuschte. So ging es nach der Minidisco, wenn es überhaupt dorthin ging, schnell wieder ins Zelt. Der kleine Bruder dagegen, war ganz zufrieden mit den kontaktscheuen Niederländern, so musste er seine große Schwester nicht mit neuen Freundinnen teilen und hatte sie den ganzen Urlaub nur für sich.

Tipps für Ausflüge:

Wenn man die Kleinen nach ihren Urlaubshighlights fragt, gibt es folgende Reihenfolge:

  1. Schwimmen, Grillen und das Ölmuseum in Cisano/Bardolino. Das hat unserer Tochter so gut gefallen, dass sie unbedingt eine Flasche Olivenöl zum Verköstigen als Geschenk mit in den Kindergarten nehmen wollte. Und auch dort kam das Gardensa-Öl hervorragend an. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Den Kindern hat der dritte Teil der Ausstellung am besten gefallen: lebensgroße Figuren, die an einer Wasserrad betriebenen Ölmühle arbeiten. Vom Campingplatz ca. 50 Minuten Fahrt. www.museum.it

  2. Nachdem wir den vierten Tag morgens einen bedeckten Himmel mit Regenaussichten in Folge hatten, kam die Rettung: das Centro Termale Catullo, die warmen Quellen von Sirmione. Eine Wellnessoase mit Innen- und Außenpools mit 36 Grad warmem Wasser. Nicht ganz billig, in der Woche kosten drei Stunden 27 €, dafür gibt es aber Bademantel, Badekappe und Handtücher dazu. Und obendrauf noch zwei glückliche Kinder. Davor haben wir die alte Wasserburg erklommen. Sirmione liegt schön, ist aber sehr touristisch. Fahrtzeit: ca. 1 Stunde. www.termedisirmione.com

  3. Der Monte Baldo ist einer der höchsten Berge und der einzige mit einer Seilbahn. Also der Touriort schlechthin. Zum Hochfahren muss man lange anstehen. Oben erwartete uns ein Wolkenmeer statt schöner Aussicht. Zum Glück haben wir noch eine Route gefunden, auf der kleine Bergziegen voll auf ihre Kletterkosten kamen. Den Berggasthof La Capannina fanden wir nicht so gut, überteuerte Massenabfertigung. Fahrtzeit: anderthalb Stunden. www.funiviedelbaldo.it

  4. Panoramaweg-Busatte-Tempesta oberhalb von Torbole. Stahlkonstruktionen im Berg lassen einen über dem Gardasee schweben mit atemberaubender Aussicht. Die Stahlkonstruktionen sind absolut kindersicher, nur beim normalen Wanderweg geht es steil den Abhang runter. Fahrtzeit vom Campingplatz: 1 Stunde, 10 Minuten. Link: Panoramaweg-Busatte-Tempesta 

  5. Im Parco Natura Viva wedeln die Giraffen mit ihren Schwänzen ins Auto. Neben dem Safari Park, durch den man nur mit dem Auto fahren kann, gibt es noch einen sehenswerten Zoo, in dem es auch lebensgroße Dinosaurier aus Pappmaché gibt. Leider nur eingezäunt. Fahrtzeit: 50 Minuten. www.parconaturaviva.it

  6. Dienstags gibt es in Salò einen Bauernmarkt mit Produkten aus der Region. Sehr gute Qualität, hier kaufen nur Einheimische. Auch der Ort mit seiner Hafenpromenade ist schön. Fahrzeit: 10 Minuten. Adresse des Marktes: Via Zambellino Bolzati Ecke Via S. Bernardino, Salò

  7. Die besten Restaurants kamen eher zufällig zu uns, abseits von den touristischen Orten entlang der Uferpromenadenstraße Gardesana, auf der es bereits in der Nebensaison oft ganz schön langsam zuging.

  8. Mit dem kleinen Motorboot zum Mieten (auch ohne Bootsführerschein) über den Lago de Ledro, Pieve di Ledro. Fahrtzeit: 1,5 Stunden.

  9. Das kleine Bergdorf Canale del Monte mit einer urigen Bar und einem ausgefallenen Keramikladen Il Vasaio, die beide nachmittags nicht schließen. Auf dem Weg zum Tenno See nach Ville del Monte kommt der Wegweiser rechts zu Canale del Monte.

Fazit:

Mitten in der Natur mit dem Luxus von einem kuscheligen Bett, Toiletten zum bedenkenlosen Sitzen, Dusche zum Entspannen, tolles Kochen auf dem Gasherd – uns ging es richtig gut. Das einzige, was wir bei unserem nächsten Glampingurlaub noch buchen würden, wäre mehr Sonne ...

Tendi Safarizelt Comfort
Plus

Safarizelt steht mitten im Grünen
Kuschelige Betten mit Mückenschutz
Regendichtes Zelt mit viel Platz für die Kinder 
Grillmöglichkeit direkt davor
Sauber im Zelt dank Holzplankenboden

Minus

Etwas mehr Stauraum in der Nähe des Elternbettes
Sitzmöglichkeiten im Zelt (nicht nur draußen)
Etwas mehr Inventar: Holzschneidebrett & italienische Espressomaschine

Camping Weekend
Plus

Beheizter Kinderpool für jedes Wetter
Fantastischer Panoramablick vom Pool 
Gut sortierter Supermarkt mit frischen Produkten (Ciabatta & Salami!!)
Ideales Basislager für Ausflüge 

Minus

Badekappenpflicht im Pool
Steiler Abstieg zum Gardasee




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