Glamping-Tester Toskana

Glamping-Tester Toskana Reisebericht

Jessica, Ben, Vincent und Wilma waren unterwegs:

Glamping im Lodgezelt auf Camping Orlando in Chianti

Vorbereitungen:
Großartig inhaltlich vorbereitet haben wir uns auf den Urlaub eigentlich nicht, außer regelmäßig das Wetter vor Ort in der Toskana zu checken und einen italienischen Sprachführer zu bestellen. Ja, natürlich habe ich mich mit dem Wort GLAMPING beschäftigt und nachgeforscht - seit dem Bewerbungsaufruf von Vacanceselect schwirrt es mir regelmässig im Kopf, ist es doch fast immer noch unreal, dass ausgerechnet wir als Glamping-Test-Familie nach Italien reisen dürfen. Klar habe ich durch die thematischen Bilder im Internet eine Art Vorstellung, aber die Erwartungen an unseren Glamping-Trip halten wir doch recht offen. Jedes Familienmitglied hat natürlich seine eigenen Vorhaben und Projekte für den Urlaub: Muddi - mal zur Ruhe kommen, vielleicht endlich mal wieder ein Buch lesen und jeden Tag Tomate/Mozzarella essen. Vincent - so oft wie geht im Pool toben und beim Tauchen endlich mal über den eigenen Schatten springen. Wilma - IMMER barfuß laufen und jeden Tag Eis essen. Ben - einfach mal 7 Tage am Stück nicht im Büro sitzen. Ob diese Pläne alle aufgehen? Mal schauen. Was muss man denn eigentlich alles einpacken? Wir wissen ja, alles ist vor Ort, das Lodgezelt ist komplett ausgestattet - darum geht's ja auch irgendwie beim Glamping: Camping in der Natur, aber auf den gewissen Luxus nicht verzichten. Jeder packt zumindest seine persönlich unverzichtbaren Dinge ein und sonst stellen wir uns sehr - ob der heißen Wetteraussichten von durchschnittlich 36 Grad - auf leichte Kleidung und wenig Utensil ein. 

Am Dienstag, den 4.8. erfolgt die Anreise nach Glamping, ähhh Chianti in der schönen Toskana. Dort waren wir alle noch nie zuvor und Italien ist für uns bisher auch noch kein geläufiges oder regelmäßiges Urlaubsziel. Glam-mäßig fahren wir die lange Strecke ab Schleswig-Holstein für die eine Woche nicht mit dem Auto, sondern dürfen fliegen - ab Hamburg bis Bologna gibt es günstige Flug-Verbindungen mit Easy Jet zum Beispiel. Nach Florenz wäre streckenmässig etwas näher gewesen, passte aber mit den Reisedaten nicht recht. Die Regionalbahn ab Heimatkaff soll uns nun also zum Hamburger Flughafen transportieren, der Flug geht easy um halb 12. Leider entfällt spontan wegen Signalstörung die zielbringende S-Bahn-Verbindung. Damit's zeitmässig nicht zu stressig wird, müssen wir nun leider doch ein Taxi nehmen. Naja. Erste Hürde gewuppt. Am Flughafen alles entspannt, jeder darf sich noch ein Heft für den Flug aussuchen und dann geht's pünktlich hoch in die Luft. Aufgrund günstiger Winde landen wir sogar 20 min. eher in Bologna als geplant. Dort schlägt uns beim Ausstieg das erwartete und doch überraschend heiße Wetter entgegen - sind wir doch die letzten Wochen nicht all zu verwöhnt worden vom deutschen Sommer. Nach einiger Wartezeit beziehen und besteigen wir unser gebuchtes Glamping-Mobil (Ford Fiesta) und auf geht's über die Autostrada del Sol an Florenz vorbei Richtung Cavriglia/Chianti. Kurzer Zwischenstopp an einer Raste für Getränke und Snacks (lecker Pizza und Panini). 

Unser mitgebrachtes Navi (altes Betriebssystem) hält der tatsächlichen Zielführung im „Gebirge“ nicht recht stand und die Wegbeschreibung von Vacanceselect ist teils auch etwas unklar. Macht nix, kommen trotzdem mit einmaligem Nachfragen nach guten 2h Fahrt heile an. Camping-Village Orlando liegt mitten in der berühmten Weinregion Chianti zwischen Bergen/Hügeln auf knapp 700 m Höhe. In dem Areal gibt es scheinbar div. Campingplätze. Sonst nicht viel mehr. Der nächstgrößere Ort ist Filigne und ca. 20 Autominuten entfernt. Wir werden herzlich empfangen, die Rezeptions-Lady spricht fließend Italienisch, Englisch, Holländisch und Deutsch (vielleicht noch mehr) und ein Golf-Cart geleitet uns zu unserem Lodgezelt Nummer 3. Der erste Eindruck ist gut, sauber, chic und gut ausgestattet. Auto ausladen und wieder vom Hof fahren, der Platz ist autofrei (mal abgesehen von den Wohnmobilen) - nur Be- und Entladen bitte. Kurz Wasser und Bier im Mini-Lädchen auf dem Camping-Platz besorgen, bevor dieser schließt. Badesachen an und ab in den Pool: perfekte Abkühlung an derlei Reisetagen und bei derlei Temperaturen. Das tut allen gut und alle sind für den Moment zufrieden und glücklich. Ausgetobt geht es zurück ins Zelt unter die Dusche. Das Zelt ist mit kleinem Badezimmer samt Dusche & WC ausgestattet. Handtücher sind beim Reisepaket dazubestellt (Badehandtücher für den Pool mussten wir aber selber mitbringen). Das Wasser kommt, wenn man nicht aufpasst, kochend heiß aus der Leitung - Glamping halt, alles ist da. 

Im Restaurant am Platze heißt es nun zu Abend speisen - man weiß bei sowas ja nie so genau, was man kriegt. Aber alle (!) Speisen waren wirklich top! Die Vorspeise a la Chef mit Schinkenwäscheleine haute alle um, die Kinderpizza aus dem hiesigen Steinofen perfekt, Nudeln Arrabiata lecker und dem kleinen Kind hat die Wurstl mit Pommes auch geschmeckt (und die ist aktuell sehr empfindlich was Essen angeht). Bedienungen sind alle überaus freundlich und kompetent und teilweise sogar aus dem kleinen Nachbarörtchen kommend. Zufrieden und erschöpft fallen alle ins Bett. Wie erholsam könnte die Nacht sein, wenn es nicht plötzlich mitten in der Nacht rund ums Zelt rüffeln und grunzen würde. Zuerst reflektiere ich es gar nicht recht aber irgendwann wird klar, das sind Schweine. Ben wagt einen Blick hinaus - es sind Mini-Wildschweine, die Nachbars Müll durchwühlen. Herrjeh! Der Nachbar versucht, sie noch mit dem Besen abzuwehren. Scheinbar mit wenig Erfolg. Daraus gelernt: abendlich den Müll, der auf der Terrasse steht, ausleeren! Die Schweinis können wir am kommenden Tag sogar noch fotografieren, bevor sie im Unterholz verschwinden. 

Mittwoch, 5.8. - erster Tag im Camping Village Orlando
Der Minimarkt am Platz bietet ab 8 Uhr Brötchen, Baguette und Croissants. Somit war das erste Frühstück, wenn auch etwas spärlich, gebongt. Eigentlich ist das Büdchen gut sortiert, wir möchten aber einen größeren Einkauf im nächsten „echten“ Supermarkt machen. Der nächste Groß-Supermarkt heißt Coop und liegt im ca. 20 min entfernten Filigne. Dort ergattern wir grundlegende Ausstattung: Obst, Material für 1-2 selbst zu kochende Mahlzeiten, Frühstücksutensilien für die kommenden Morgende und so weiter. Sowieso und mit Kindern dauert sowas ja doch immer länger als geplant und mit unseren wirbelnden Kinderchen ist einkaufen manchmal - sagen wir - etwas anspruchsvoll. Schnell wieder zurück zum Platz - die Mittagshitze verbringen wir schützend samt Mittagssnack im Zelt. Danach geht es an den Pool für den Rest des Tages. Ich bin überrascht, wie voll das Poolareal plötzlich ist, habe ich doch noch einen anderen Eindruck vom Vorabend. Am frühen Nachmittag noch einen Liegenplatz ideal mit Schirm zu ergattern scheint aussichtslos. Aber wir haben Glück, ein Pärchen gibt ihre Liegen gerade frei. 

Die Pool-Landschaft besteht aus 4 Pools: ein Schwimmer/Nichtschwimmerbecken, ein Babybecken, ein Whirlpool und den Kinderbereich mit Super-Rutsche, Wasserfall und Mega-Plantsch. Nachhaltig beeindruckt uns die breite Rutsche und das wirklich fantastische Pool-Boden-Material aus weichem Kunststoff - da kann man sich gar nicht verletzen oder ausrutschen und auch das Rumlümmeln am Beckenrand wird durchaus angenehm. Ursprünglich hatte ich ja vor Urlaubsantritt einen kurzen Schrecken bekommen, als in den Buchungsunterlagen von Vacanceselect die Info steht, in Italien sei Badekappenpflicht. Oh nein! Geht ja gar nicht darum, dass wir auf Fotos wie Deppen aussehen, sondern vielmehr darum, dass es unpraktisch und ungemütlich wäre und man die Kids vielleicht schwer davon hätte überzeugen können, mit Mütze baden zu gehen. Heilfroh war ich, als im Camping Village Orlando nicht der Hauch von Badekappen zu sehen ist. Pünktlich um 16:30 Uhr versammeln sich plötzlich zwei Animateure am Kinderpool und viele kleine Mitcamper tun es ihnen gleich. Laute Musik erschallt und alle tanzen gemeinsam zu holländisch gesungenen Texten wirre Kindertänze. Nicht lange dauert es, bis wir merken, dass diese Prozedur das Signal für die Happy Hour ist - an der kleinen Holzhütte gibt es alle alkoholischen Getränke (Bier, Prosecco und Aperol Spritz) für eine Stunde zum halben Preis, bzw. 2 für 1. Na gut! ;-) Der Poolbereich schließt abends um 19.00 Uhr und der Bademeister pfeift freundlich aber bestimmt alle nach draußen.

Wir gehen alle zum Frischmachen ins Zelt und freuen uns bereits auf den Restaurantbesuch. Heute gibt es Riesenburger und Balsamicohuhn mit Gemüse. Wir entdecken den Super Grill vom Meistergriller und Ben nimmt sich augenblicklich vor, sich die Tage durch die Grill-Karte zu essen. ;-) Alles schmeckt erneut fantastisch. Im Inneren des Lokals gibt es eine Kinderecke mit allerlei Spielzeug (diese sieht in kürzester Zeit wie das pure Chaos aus, aber niemanden stört es) und Kinder laufen eigentlich die ganze Zeit im Restaurant hin und her, was aber auch niemanden stört. Plötzlich ertönen erneut Musik und holländische Gesänge - aha, Kinder-Minidisco am Abend: die selben Songs und Tänze, diesmal auf der kleinen Kinderbühne neben dem Lokal. Die (holländischen) Kinder sind euphorisch dabei, unsere schauen immerhin interessiert zu. Irgendwann geht es dann für alle ins Bett. Keine Schweinestörungen dieses Mal. Die Nacht zu Donnerstag, den 6.8. ist dafür durch Nachbarschaftszusammenkünfte und Kinderaktivitäten (Kinderwanderungen von ihrem in unser Bett) erneut unruhig. Die Nachbarn unterhielten sich sehr lautstark bis spät (hier merkt man dann doch, dass unsere Unterkunft „nur“ ein Zelt ist; es schien, als säßen sie in unserem Schlafzimmer) und die Nachbarbabies schreien reihum, sodass unsere Kids, irgendwann wach geworden, unser Bett stürmen. Aber gut. Viel haben wir ja am Tage nicht vor. Außer den ganzen Tag am Pool plantschen. Nach einem diesmal ausgedehnteren Frühstück mit Brötchen, Rührei, Obst, Kaffee und Saft geht's direkt an den Pool. Der Pool öffnet um 10 Uhr. Diesmal sind wir schlauer und fast pünktlich: um kurz nach 10 sind dennoch schon fast alle Liegen, zumindest die mit Schirm, belegt. In der letzten Ecke direkt am Kinderpool ergattern wir noch drei Liegen. Immerhin direkt neben der Happy Hour-Bar! Zum Mittagssnack gehen wir kurz ins Zelt. Wir merken, hier wird es ab ca. 13/14 Uhr so richtig brennend heiß und kehren erst gegen 15 Uhr an unseren Platz an den Pool zurück. Kurz vor 16:30 Uhr sind wir für das gleich startende Ritual mit Tanz und Happy Hour bestens präpariert. ;-) Ausgepowert und wiederum im Lodgezelt erfrischt, zieht es uns zum Dinner erneut ins Restaurant - selber Kochen ist ja aber auch viel zu aufwändig. ;-) (nein, nicht wirklich, aber wir wollen uns glam-gerecht für die eine Woche halt was gönnen). Heute werden Spare Ribs und leckere, handgemachte Gnocchi in Käse-Sauce bestellt. Auf dem Rückweg zum Zelt sehen wir doch tatsächlich die sagenumwobenen Lamas! Oder vielmehr ein Lama, welches ich leider nur kurz von hinten ablichten konnte ...

... Die Lamas wohnen dort wild, das haben wir vor Reiseantritt bereits gelesen. Vor Jahren gab es wohl mal einen kleinen Zoo - die Tiere wurden nach Schließung ausgewildert und schauen ab und an im Camp vorbei. Die Kinder hatten sich die ganze Zeit schon darauf gefreut, dass uns mal ein Lama zum Frühstück auf der Terrasse begrüßt. Um herauszufinden, ob Lamas nachtaktiv sind (sicher nicht, aber Vincent will es ganz genau wissen), schauen wir bei Wikipedia - und prompt sticht uns die wissenschaftliche Bezeichnung des Tieres ins Auge und brennt sich in unser Hirn: LAMA GLAMA! Wir haben also ein Glama gesichtet! Anschließend geht es für die Kinder früh zu Bett, Toben und Hitze machen müde, ich mache noch einen Gang über den kompletten Glampingplatz, um mal zu schauen, was es sonst noch gibt und wie die anderen Glamping-Behausungen aussehen.

Am Freitag, den 7.8. möchten wir gern einen kleinen Ausflug wagen: Greve heißt das Ziel; habe ich doch gelesen, dass es dort einen schönen Platz und ein paar Boutiquen gibt und außerdem ist es nicht all zu weit entfernt. Es ist unsäglich heiß, aber es nützt ja nix. Muddi will sich halt auch mal was angucken. Durch Serpentinen, enge Kurven, über Hügel führt die ca 30 Min Autofahrt vorbei an Weinhängen, toskanischen Anwesen und Obst- und Olivenbäumen. Viele Sportradfahrer sind unterwegs und bei jedem schwitzenden und tiefbraunen Radler frage ich mich, wieso machen die das? Mir wäre das viel zu anstrengend. Aber jeder hat ja seinen eigenen Auftrag. In Greve parken wir in der Tiefgarage des ortsansässigen Supermarkts. Am Ende wollen wir hier eh noch ein paar Lebensmittel mitnehmen. Um die Ecke finden wir den zentralen Marktplatz Matteotti. Wunderschöne Piazza, ringsum Arkadengänge mit zahlreichen traditionell kleinen Shops und Lokalen. Loggias spenden beim Kaffee Schatten. An einer Seite des Platzes eine alte Kirche, am anderen Ende das Rathaus mit Statue. Uns führt es einmal rund um den Platz durch die Arkaden. Souvenirs. Cafés. Fleisch. Käse. Gebäck. Wir erbeuten Kleinigkeiten. Die Kinder sind heute leider etwas zäh zu Fuß. Das liegt wohl an der Hitze. Die Sonne brennt. Leider haben wir dadurch keine Muße, für einen Kaffee zu bleiben. Demnach begeben wir uns bereits nach ca. 1 Stunde in den Supermarkt und anschliessend wieder auf die Rücktour. Am Campinggelände angekommen gibt es das erste selber gekochte Mahl im Lodgezelt (frische Pasta mit Pesto und Tomatensauce - sehr italienisch). Töpfe, Pfannen, zwei Kochplatten, Schüsseln etc. ist alles vor Ort und gut nutzbar. Es gibt sogar zweierlei Kaffeekocher - eine normale Maschine und einen Espressokocher für den Herd. Den Nachmittag verbringen wir zur Steigerung der Kinderlaune am Pool. Abends gibt es leckerste Pizza als Take-Away aus dem Camp-Restaurant bei uns im Zelt. Der Samstag (8.8.) entpuppt sich als der Lieblingstag der Kinder - wir verbringen erneut den kompletten Tag im Camp am Pool, mit kleiner Mittagssiesta sowie Happy Hour für die Großen und 3 mal Eis für Vincent und Wilma. Um den Tag auch für die Erwachsenen perfekt zu machen speisen wir am Abend natürlich im Camp-Lokal: es gibt Lasagne, Tomate-Mozzarella, Entrecote und Superburger. Dazu Aperitif, Wein und Tartufo-Nachspeise. Heute wird mal so richtig geschlemmt. 

Für Sonntag, den 9.8. steht erneut Kulturelles auf dem Plan: vormittags ein Ausflug nach Cavriglia, der Ort aus dem die nette Bedienung vom Restaurant kommt und der geografisch namensgebend für das Camp ist. Hier ist leider nicht viel los. Aber ja, es ist Sonntag! Die Straßen sind mit Fähnchen geschmückt. Scheinbar gibt es hier ab und an Feste und Events - eher als interessante Läden oder Restaurants. Wir machen einen kleinen Rundgang und enden auf einem schönen Spielplatz. Aufgrund der Hitze ziehen wir uns aber zügig wieder zurück. Auf dem Rückweg wird es Vincent im Auto schlecht, das gab es bisher noch nie! Aber ja, die Serpentinen sind hier sehr kurvig. Deshalb kehren wir nach Orlando zurück. Sonst wären wir noch ins nahe Albola, in ein Schloss zur Wein- und Öl-Verkostung gefahren. Kurze Pause und kurzes Durchatmen im Lodgezelt. Danach ab an den Pool. Scheint der einzige Platz zu sein, wo es wirklich allen Urlaubsmitgliedern richtig gut geht. Alle Liegen sind natürlich belegt. Wie gesagt, wenn man sich nicht direkt um 10:01 Uhr eine Liege reserviert, bekommt man später nix mehr. Schon gar nichts im Schatten oder mit Schirm. Hier wäre etwas Optimierungsbedarf. Wir sind etwa eine halbe Stunde im Wasser. Dann erwischen uns erste Tropfen von oben. Etwas zögernd gehen wir ins Zelt, aber auch wegen des Hungers auf einen kleinen Snack. Gerade rechtzeitig, denn kurze Momente danach bricht es aus den Wolken. Jetzt und wenn nachts die Nachbarn laut sind oder andere Kinder heulen, merkt man, dass man im Zelt wohnt. Das Trommeln der dicken Regentropfen hat ja immer was romantisches im Zelt - in der Toskana gibt es aber scheinbar nicht „ein bißchen Regen“ - hier bricht gleich das Unwetter aus mit tonnenweise Wasser von oben. Wir hängen also im Zelt rum, dann doch froh, ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Den Nachbarplatz bezieht gerade eine französische Großfamilie - tapfer stellen sie ihr gigantisches Riesenzelt im Dauerregen auf. Wir essen einige der Kühlschrankreste, lesen Geschichten und spielen. Ist ja auch mal schön, ohne Druck und Drängen auf Sonne und Action einfach nur ein wenig zu „Gammeln“. Der restliche Tag erholt sich vom Wetter nicht wirklich. In einer kurzen Regenpause stiefeln wir ins Restaurant (wegen des Regens müssen wir leider drinnen sitzen) - Ben will heute 1 Kilo Fleisch bestellen - das Steak Fiorentina war gestern Abend leider nicht mehr vorrätig, muß aber in diesem Urlaub unbedingt sein! Die Kids dürfen mitessen und verlangen seitdem jeden Abend nach Steak ;-) Ich bleibe konträr vegetarisch und ordere erneut die Gnocchi.

Unser vorletzter Tag, Montag, der 10.8., startet ebenso verregnet. Die Aussichten für den restlichen Tag sind schlecht. Den Pool können wir uns wahrscheinlich abschminken und dabei geht es doch morgen schon nach Haus. Na ja. Dann überlegen wir uns halt einen kurzen Ausflug - wir möchten versuchen, heute zur Weinprobe ins Schloß D’Albola zu kommen. Dies soll nur 5 Minuten entfernt liegen. Am Schloß angekommen sieht hier so gar nichts nach öffentlich aus, wir haben das Gefühl, uns auf Privatgelände zu bewegen. Da sich uns das Ganze nicht so recht erschließt, bestimmen wir, dass man ins Schloß und zur Weinprobe nur mit voriger Anmeldung kommt und fahren lieber ins nicht weit entfernte Radda - ich habe gelesen, dass dies eine kleine mittelalterliche Stadt sein soll und die liegt auch noch um die Ecke. Also nichts wie hin. Zum Glück regnet es nicht mehr und das Wetter wird etwas klarer. Die Innenstadt Raddas ist ziemlich klein, auf einen Hügel gebaut, im Zentrum eine Kirche, umringt von einer Stadtmauer. Vor der Mauer hat man in eine Richtung einen wunderbaren Blick in die toskanische Landschaft. Innerhalb der Stadtmauer führt es einen auf 4 Wegen durch das Zentrum, durch kleine Gassen, mittelalterliche Keller, über Treppchen und durch Gänge vorbei an Lädchen und vielen Bistros und Restaurants. Ohne Kinder wären wir sicherlich irgendwo eingekehrt, aber der Auftrag war Bewegung und Eis. Merkwürdigerweise fanden wir keine einzige Gelateria. Neben einem Spielplatz entdecken wir Gott sei Dank ein Holzbüdchen mit Stieleis. Auch gut. Alle zufrieden. Zurück am Platze müssen wir leider packen - morgen geht es ja zurück. Ein letztes Dinner im geliebten Lokal mit Lasagne und Ravioli in Salbeibutter macht den Abschied nicht leicht - trotzdem freuen wir uns alle auf die Heimat. Ein sehr schöner, für alle passender Urlaub geht zu Ende - aber nach 5 Tagen Pool-Party ist dann irgendwann auch okay.

Der 11.8. ist nicht nur Abreisetag, sondern auch mein Geburtstag! Bisserl blöd, sollte man meinen, denn dieser Tag ist der einzige Morgen, an dem der Wecker klingelt - müssen wir ja noch zwei Stunden bis Bologna fahren um dann pünktlich unseren Flieger zu besteigen. Aber auch nicht schlimm, wer hat schon an solch einem Schön-Wetter-Morgen in Bella Italia mit perfektem Cappuccino Geburtstag? Die übrigen Sachen werden eingepackt und alles im Auto verstaut - danach gibt es ein schnelles Frühstück im Restaurant, die übrigens auch eine kleine Frühstückskarte haben, und ab über Serpentinen bis zur Autostrada an Florenz vorbei nach Bologna. Wir planen ordentlich Zeit dafür ein, auf dem Hinweg kam uns nämlich jede Menge Stau entgegen. Wir kommen aber gut durch, sind fast zu früh am Flugplatz. Mietwagenrückgabe läuft problemlos (nicht wie die Anmietung bei manch anderen Menschen, die ohne Plastik-Karten-Führerschein kein Auto ausgehändigt bekommen - ja, das wußten wir auch nicht, dass man mit den rosa Lappen im Ausland, oder zumindest in Italien, kein Auto mieten darf. Gott sei Dank hat Ben einen neuen Führerschein). Am Flughafen Bologna haben wir noch Zeit für eine Pizza (im Flieger gibt es ja nichts zu Mittag), die vorzüglich schmeckt! Hier können sich Deutschland und die meisten anderen Länder echt was abschauen - selbst in Autobahn-Imbissen, Flughafen-Restaurants und Camping-Platz-Buden gibt es perfekten Kaffee und außerordentlich gute Snacks und Gerichte. Der Flug geht pünktlich - wir verabschieden uns bis nächstes Mal von Bella Italia und kommen zufrieden in der Heimat an.

Fazit:

Wenn man mit (kleinen) Kindern reist ist es ja nun einmal so, dass wenn die Kinder glücklich sind, ist der Urlaub glücklich. Wenn die Kinder unzufrieden sind, hat keiner was davon und alle sind genervt. Demnach muss man Wohl oder Übel die meiste Zeit den Urlaub nach den Bedürfnissen und Macken der Kinder ausrichten. Natürlich spielen einem dann nichtschwimmergerechte Pool-Landschaften, Kinderprogramm sowie -bespaßung in die Karten. Wenn dann aber auch noch Bedürfnisse der Erwachsenen, wie Happy Hour und vorzügliches Essen erfüllt werden, dann ist schon mal viel richtig. Das alles stimmt optimal im Camping Village Orlando - Kinder sind fester Bestandteil und niemals als nervig aufgefallen. Es gibt jeden Tag Kinderprogramm (haben wir gar nicht teilgenommen), von Laternen basteln, Pferde bürsten, malen, tanzen, Filme gucken bis hin zu Mickey Maus-Pizza und Spielecke. Mit größeren Kindern bzw. Teens könnte es da schon eher problematisch werden, da diese eher wenig Artgerechtes vorfinden werden. Der Platz wurde beherrscht von Holländern. Ben fand heraus, dass der Camp-Betreiber Holländer ist und demnach seinen Platz verstärkt in Holland bewirbt. Von 100 Campern waren gefühlt 2 Deutsche, 2 Italiener, 1 Franzose und 1 Sonstiges. Der Rest kam aus Holland.

Der Campingplatz ist bestückt durch „normale“ Zelt- und Camping-Einheiten und zwei große Glamping-Flächen mit unzähligen Zelte, Mobilheime und Cubes unter Schatten spendenen toskanischen Laubbäumen. Für den regulären Camper wunderbar, für den naturnahen aber komfortverbundenen Glamper aber auch. Unser Glampingzelt lag am Rande des „normalen“ Camping-Bereichs und war somit etwas unruhiger. Nächstes Mal würde ich ein abgelegeneres Mobilheim oder Safarizelt buchen. Dort schien es leiser, die Wege zum Pool und Restaurant sind aber auch weiter. Das Konzept Glamping finde ich auf dem Platz gelungen und sehr geeignet, wenn man nicht selber mit Wohnmobil bzw. Zelt reist und somit die nötigen Dinge wir Kochgeschirr, Bettwäsche und Grill nicht mitschleppen kann oder will. Allerdings wäre der Platz für einen zweiwöchigen Aufenthalt für uns etwas, sagen wir, eintönig. Ok, wir hätten mehr Ausflüge machen können - aber bei 36 Grad und angebotenen Ausflugspaketen, die 8 Stunden dauern, war leider mit zwei Kiddies kaum Platz. Empfehlen würde ich Camping Village Orlando auf jeden Fall, wenn man auf Durchreise mit Kindern ein paar Tage bis zu einer Woche bleiben mag oder für einen Kurzurlaub mit Billigflieger, quasi so, wie wir es gemacht haben. Grundsätzlich fehlte mir dann aber doch das Meer oder zumindest eine Alternative zum Poolbaden (See hätte es auch getan) - aber das ist im Innland der Toskana ja eher schwer und vielmehr ein persönliches Empfinden. Ach ja, die Vorhaben der Glamilien-Mitglieder: Muddi hat nicht einmal das Buch in die Hand genommen. Statt täglich Tomate/Mozzarella hat sie täglich Aperol Spritz zu sich genommen. Vincent ist immer noch tauchscheu, hat aber was Wasser angeht beim Rutschen, Reinspringen und Plantschen riesen Sprünge gemacht, Wilma war meistens barfuß unterwegs (zum Glück hatten wir Pflaster mit), es gab jeden Tag Eis und Ben war wirklich nicht einmal im Büro ;-)

Lodgezelt mit Dusche/WC
Plus

Badezimmer mit Dusche & heissem Wasser
Schattige Stellplätze
Dichte Zeltplane, auch bei Starkregen
Umfangreiches Inventar (Pfannen, Schüsseln etc.)
Kurze Wege zum Pool!

Minus

Geräusche der Nachbarn sind für Campingungeübte gewöhnungsbedürftig
Etwas unruhig, da am Bereich des normalen Camping-Areals aufgestellt - die Mobilheime, Safarizelte oder CubeSuiten stehen verteilter

Camping Orlando in Chianti
Plus

Sehr kinderfreundlicher Campingplatz!
Vorzügliches Essen im Restaurant/am Grill
Naturnah mit vielen Tieren (Glamas, wilden Schweinchen und Ponys)
Toller Poolbereich mit Rutsche und Poolbar (Happy Hour)

Minus

Hoher Andrang am Pool in der Hochsaison
Etwas abgelegener Platz - dafür mitten in der Natur

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